Wie die Natur auf Hitze und Trockenheit reagiert

Drei Tage Hitze – das kann die Natur ganz gut vertragen. Aber eine mehrwöchige Hitzewelle ist purer Stress. Aber wie Menschen haben auch Pflanzen Strategien entwickelt, um sich vor Trockenheit zu schützen. Manche kann man auch beim Spaziergang durch die Natur in Berlin sehen.

Wiesen und Wälder beeinflussen Hitzeperioden

Und man kann die Aktivität der Pflanzen sogar spüren: Experten haben festgestellt, dass Wälder und Wiesen Hitzeperioden beeinflussen. Wiesen kühlen sofort, Wälder brauchen etwas länger. Ein Grund ist, dass Gräser bei Hitze mehr Wasser verdunsten, was kühlend wirkt. Aber sehr lange halten Wiesenpflanzen nicht durch. Bäume haben es besser, weil ihre Wurzeln tiefer liegen.

Wasserverdunsten verbraucht Energie

Das mit dem Verdunsten ist messbar. Ich habe gelesen, dass eine Pflanze, die ein Gramm Wasser verdunstet, dafür 2,5 Kilojoule an Energie aufwenden muss – und damit könnte man ungefähr vier Minuten lang eine Elf-Watt-Energiesparlampe betreiben. Ziemlich eindrucksvoll, oder?

Schutzmechanismen der Wüstenpflanzen

Aber Pflanzen verdunsten nicht nur Wasser, sie haben auch Methoden gefunden, länger ohne Wasser auszukommen. Wüstenpflanzen zum Beispiel haben oft sehr lange oder weite, dicht unter dem Boden liegende Wurzeln. Ihre Blätter sind oft sehr klein und hart und haben filzige Haare, die die Pflanze zusätzlich vor Verdunstung schützen. Der Stamm vieler Wüstengewächse ist dick und fleischig (zum Beispiel die Aloe Vera) und dient als Wasserspeicher. Das lockt natürlich auch durstige Tiere an. Um sich vor deren Attacke zu schützen, haben die Pflanzen oft nicht nur sehr harte, sondern auch dornige Blätter.

Mitteleuropäische Pflanzen haben es leichter

Im Botanischen Garten gibt es ja gerade eine Ausstellung zum Thema Wasser, in dem es hauptsächlich um Pflanzen geht – dort erfährt man viel über die Methoden der Natur, sich an extremes Wetter anzupassen. Da haben es die Pflanzen in Mitteleuropa bisher leichter, denn Dürreperioden wie in der Wüste gibt es hier nur sehr selten. Aber Hitze und Trockenheit müssen sie häufiger ertragen.

Wenn im Sommer Blätter fallen

Einheimische Pflanzen opfern bei langer Trockenheit einige Blätter, damit sie weniger Wasser verdunsten – im schlimmsten Fall sind am Ende nur noch ein paar Blätter ganz oben an der Pflanze übrig. Andere klappen die Blätter ab, um sie vor Sonneneinstrahlung zu schützen. Bäume haben es etwas leichter, weil ihre Wurzeln tiefer reichen – bei sehr langer Trockenheit haben es aber gerade Stadtbäume auch sehr schwer.

Abends gießen

Gartenpflanzen geht es da viel besser, sie haben schließlich ihr eigenes Pflegepersonal. Das sollte allerdings bei Hitze nicht tagsüber gießen, sondern am ganz frühen Morgen oder später abends. Am besten lässt man das Erdreich per Gartenschlauch gut durchtränken und wässert dann erst wieder ein paar Tage später, wenn die Erde trocken ist. Wer zuviel gießt, verwöhnt die Blumen im wahrsten Sinn des Wortes. Besser ist es, sie erst dann zu gießen, wenn sie kurz davor sind, die Blätter hängen zu lassen. Dann müssen sie nämlich lange Wurzeln bilden, um sich auch aus der Erde zu versorgen – ein gutes Training, sie unempfindlicher zu machen. Meine Kollegen der Seite Wand und Beet haben Informationen zum Thema Balkonpflanzen-Gießen zusammengetragen.

Kleinblättrige Gewächse für sonnige Gärten

Wer einen sehr sonnigen Garten hat, kann sich im Gartencenter nach Pflanzen mit kleinen Blättern umschauen. Auch silbrige Blattfarbe und Flaum auf den Blättern spricht für Sonnenanbeter. Ähnliches gilt für Pflanzen mit harten Blättern, für Sukkulenten oder Gewächse mit tiefen Wurzeln.

Spitze bei Hitze: Ein Liegestuhl unter dem Obstbaum

Empfindliche Gewächse sollte man mit Sonnensegeln schützen und Topfpflanzen brauchen eine Auszeit im Schatten und Extrarationen Wasser. Beim Rasenmähen scheiden sich die Geister: Die einen sind dafür, abends zu mähen und das Gras als Schutz liegenzulassen, andere plädieren dafür, das Mähen auf kühlere Tage zu verschieben, weil längere Grashalme den Boden beschatten und das Austrocknen verhindern. Der schönste Ort an heißen Tagen jedenfalls ist die Gartenliege, die unter einem großen Obstbaum steht. Es sei denn, man wohnt nahe an einem Badesee….

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