Wildtiere in Berlin

Am Wochenende ist ja wieder die Stunde der Wintervögel. Und dabei fällt mir ein, dass es in Berlin natürlich noch viel mehr wilde Tiere gibt. Grund genug für eine kleine Bilanz der Wildtiere in Berlin, von denen viele ja schon Thema dieses Blogs waren.

Wildtiere in Berlin: 233 Arten sind registriert

53 Säugetier- und 180 Vogelarten gibt es in Berlin (mit Pflanzen sind es insgesamt sogar 20.000 Arten, was die Hauptstadt zu einer der artenreichsten in Europa macht). Zu den wohl am meisten verbreiteten Wildtieren in Berlin gehören das Wildkaninchen, der Waschbär, der Steinmarder, das Eichhörnchen, der Fuchs, die Krähe (Foto) und das Wildschwein, von dem es in Berlin übrigens bis zu 6000 Exemplare gibt. In Bezirken mit viel Wald tauchen manchmal ganze Rotten auf der Straße auf oder wühlen Gärten um. Die klugen Tiere sind in der Lage, Gartenpforten zu öffnen, wenn sie dahinter Fressbares vermuten. Und ihr Geruchssinn täuscht sie selten. Gute Futterquellen merken sie sich und kommen immer wieder. Füttern ist allerdings verboten – nach Landesjagdgesetz. Wer es trotzdem tut, muss, wenn er erwischt wird, 5000 Euro Strafe zahlen. Im Moment sind die Wildschweine übrigens mitten in der Paarungszeit.

Auch seltene Arten leben in der Hauptstadt

Seltene Etwas weniger verbreitet, aber trotzdem auch in Berlins wilder Natur heimisch sind der Weißstorch, der Igel, der Mäusebussard, der Biber, das Reh, die Ringelnatter, die Zauneidechse, die Zwergmaus, der Maulwurf, die Ringeltaube, der Habicht, der Eisvogel, mehrere Fledermausarten und der Teichmolch. Um nur einige zu nennen.

Heimliche Mitbewohner

Die meisten Tierarten leben eher heimlich zwischen den Menschen – man sieht sie nur selten. Trotzdem taucht immer mal wieder ein Fuchs mitten auf dem Kurfürstendamm auf oder ein Waschbär wird am Alexanderplatz gesehen.

Rückzugsort für Wildtiere in Berlin

Auf den ersten Blick erscheint eine Großstadt ja nicht unbedingt als geeigneter Lebensraum für wilde Tiere, und Schwierigkeiten gibt es natürlich auch (etwa immer wieder tragische Unglücke mit Vögeln, die gegen Glasfassaden fliegen). Aber Berlin ist mit seinen Wäldern, Parks, dem vielen Wasser und anderen Grünflächen wie Kleingärten, Friedhöfen und Brachen eine sehr grüne Stadt. Dass es auf dem Land  noch grüner ist, stimmt zwar, aber die vielerorts intensive Landwirtschaft, die Flurbereinigung, Flussbegradigung, Trockenlegung von Mooren, der Einsatz von Pestiziden und Kunstdüngern und die Zunahme von Monokulturen haben dafür gesorgt, dass die Natur auf dem Land teilweise so aufgeräumt ist, dass sich Tiere Alternativen suchen – und oft genug ausgerechnet in der Stadt finden.

Turmfalke und Heldbock fühlen sich wohl

Waldkauz, Mauersegler und Turmfalke bauen sich Nester in Lücken oder Nischen von Häusern, der seltene Heldbock findet alte Eichen in Parkanlagen und ehemaligen Bahnhofsareale wie der Naturpark Südgelände oder der Biesenhorster Sand werden zu Rückzugsflächen für teilweise extrem seltene Pflanzenarten und Wildtiere in Berlin.

Tiere ändern ihr Verhalten

Besonders für Tiere hat die Nähe zum Menschen Konsequenzen. Sie ändern ihr Verhalten. Manche eigentlich tagaktive Tiere zeigen sich in der Stadt eher in der Dämmerung. Es gibt Vögel, die in der Stadt lauter singen als auf dem Land, um gegen den Lärm anzukommen. Andere Vögel, etwa die Amsel oder der Star, haben gelernt, Handytöne nachzusingen.

Keine Angst vor Fressfeinden – und dem Menschen

Manche Wildtiere in Berlin verlieren die Scheu vor dem Menschen. Spatzen stibitzen in Straßencafés Brotkrümel von Tellern, andere Tiere entdecken zunehmend Komposthaufen und Mülltonnen als ergiebige Futterquelle. Vor Fressfeinden müssen sie sich in der Stadt nicht fürchten – die Stadt ist für sie sicherer als das Land…

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