Wildvogelstation des Nabu päppelt Jung-Habicht auf

Habichte müssen sehr schnell erwachsen werden. Mitte April schlüpfen sie aus dem Ei, 40 Tage später können sie fliegen und schon im Spätsommer müssen sie alleine klarkommen. Alleine ihr Futter jagen, lernen, Gefahren wie Fensterscheiben zu umgehen und dafür sorgen, dass sie nicht selbst zur Beute werden. Kein Wunder, dass viele Jung-Habichte das erste Lebensjahr nicht überleben. In Berlin aber hatte ein hilfsbedürftiges Männchen Glück: Das Jungtier landete in der Wildvogelstation des Nabu.

Der kleine Habicht hatte lange nichts gefressen

Ein Gartenbesitzer in Heinersdorf hatte den Habicht beobachtet, der lange Zeit unbeweglich auf dem Boden saß.  Er hatte seine Jagdtechnik offenbar noch nicht perfektioniert und deshalb zu lange nichts gefressen. Fast verhungert wurde er in die Kleintierklinik der FU Berlin gebracht. Seine Muskeln hatten sich bereits zurückgebildet – was in freier Natur vermutlich sein Todesurteil gewesen wäre: Er konnte nicht mehr fliegen. Nach etwa zwei Wochen ging es ihm wieder besser und er wurde in die Wildvogelstation gebracht, wo er sich weiter erholen kann.

Regelmäßig muss der Habicht auf die Waage. Erst wenn er mindestens 800 Gramm wiegt, kann er ausgewildert werden. Nur dann ist sichergestellt, dass er den Winter übersteht.

100 Brutpaare gibt es in Berlin

Erwachsene Habichte werden ungefähr 50 Zentimeter groß und haben eine Flügelspannweite von einem Meter. Die Weibchen sind größer als die Männchen. In Berlin gibt es ungefähr 100 Brutpaare, aber die scheuen Vögel sind nur selten zu sehen. Vielleicht erinnern sie sich daran, dass sie jahrzehntelang als Hühnerdiebe gejagt und durch Umweltgifte zusätzlich bedroht wurden – zeitweise war der Habicht in einigen Regionen Deutschlands fast verschwunden. In der Stadt fühlt er sich wohl, und das liegt am großen Futterangebot. Der Greifvogel macht Jagd auf Stadttauben, gelegentlich aber fallen ihm auch Kleinvögel oder Eichhörnchen zum Opfer.

Im Februar beginnt die Balz

Die Balz der am Rücken graubraunen und an der Vorderseite braun-weiß gestreiften Habichte beginnt in der Stadt im Februar an. Das Männchen überbringt seiner Partnerin als Hochzeitsgeschenk ein frisch gejagtes Beutetier und versucht sie danach durch Schauflüge zu beeindrucken. Anschließend hilft es auch beim Wohnungsbau mit und versorgt das Weibchen später mit Nahrung, während sie die Eier bebrütet.

Der Habicht lernt sehr schnell fliegen

Eindrucksvoll finde ich, dass der Habicht-Nachwuchs nur wenige Wochen braucht, bis er seine ersten Flugversuche wagt. Nach einem Jahr ist er geschlechtsreif und bereit, selbst Nachwuchs zu zeugen.

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