Woher der Blutweiderich seinen Namen hat

Blutweiderich
Blutweiderich Foto: Silke Böttcher

Der Blutweiderich ist eine dieser Pflanzen, die gar nicht so selten sind, aber die trotzdem kaum jemand kennt. Das liegt ein bisschen daran, dass er dort wächst, wo es feucht ist und man nicht so leicht herankommt. An See-Ufern, in Sümpfen und am Rand von langsam fließenden Flüssen kann man ihn sehen, auch in Berlin kommt er vor.

Der Blutweiderich kann mannshoch werden

Wo er genug Platz hat, kann der sonnenliebende Blutweiderich mannshoch werden, aber ich habe auch schon Winzlinge von gerade einmal 20 Zentimetern Höhe gesehen. Nasse Füße machen ihm nichts aus, er wächst auch auf zeitweise überschwemmten Böden.

Die Blätter des Blutweiderichs sind lang und oval und sitzen unterhalb der Blütentraube, die aus unzähligen ringförmig um die Stängel angeordneten Blüten besteht. Um die Bestäubung kümmern sich vor allem Tagfalter, Bienen und Schwebfliegen.

Vögel verbreiten die Samen

Später bilden sich Millionen von Samen, deren Kapseln aufspringen, wenn die Samen reif sind – und dann mit dem Wind verbreitet werden. Auch Vögel werden für den Transport genutzt: Die Samen haften an ihrem Gefieder fest.

Die Herkunft des Namens

Übrigens täuscht der Name der Pflanze ein bisschen – blutrot sind die Blüten nicht. Eher purpurrot oder violett. Aber es wird vermutet, dass der Blutweiderich so genannt wurde, weil er blutstillende Eigenschaften hat. Er enthält Gerbstoffe, ätherische Öle, Glykoside und das zu den Flavonoiden gehörende Vitexin, das antioxidativ wirkt. Schon vor Jahrhunderten nutzte man die Pflanze als Mittel gegen Ekzeme, Durchfall, Nasenbluten, Zahnfleischbluten (Stängel kauen) und Hautentzündungen. Auch den Blutzuckerspiegel soll es senken.

Der Blutweiderich als Gerb-Pflanze

Früher nutzte man den Blutweiderich noch ganz anders: Man gerbte mit ihm Leder, imprägnierte Holz und färbte Zucker. Heute hat er diese Bedeutung verloren, aber er ist als Zierpflanze beliebt. In der wilden Natur hat er noch eine weitere, sehr wichtige Bedeutung neben der als Nektar-Lieferant für Schmetterlinge und Bienen: Er ist Kinderstube und Futterpflanze für die Raupe des wunderschönen und nicht sehr häufigen Nachtpfauenauges.

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