Woher der Fieberklee seinen Namen hat

Der Fieberklee ist eine der spektakulärsten Pflanzen, die ich kenne. Und noch dazu eine für den zweiten Blick. Denn die Schönheit macht sich gerne unsichtbar – sie versteckt sich in den Uferbereichen von Sümpfen und Gewässern. Wenn man sie entdeckt hat, staunt man über die wunderschönen Blüten.

Fieberklee und seine Blätter

Die Pflanze wird ungefähr 30 Zentimeter hoch. Bevor sie blüht, sieht man nur die dreigeteilten ovalen Blätter, die manchmal ganze Flachwasserbereiche überwuchern. Und weil die Blätter ein bisschen aussehen wie überdimensionale Kleeblätter, bekam die Pflanze den Namen Fieberklee – obwohl sie nicht mit dem Klee verwandt ist, sondern mit Enziangewächsen. Auf den ersten Teil des Namens komme ich später noch.

Sterne mit Fransen

Die Blüten, die zwischen April und Juni erscheinen, sind schneeweiße fünfblättrige Sterne, die mit vielen weißen „Fransen“ besetzt sind. Die Knospen enthalten einen Hauch Rosa (auf dem Foto ist das gut zu sehen). Manchmal tauchen die Blütentrauben direkt aus dem Wasser auf. Kein Wunder – die Pflanze wurzelt im Wasser oder im Sumpf. Interessant ist, dass die Stiele hohl sind und der Pflanze Auftrieb geben. Außerdem belüften sie den sauerstoffarmen Untergrund.

Bienen als Bestäuber

Insekten lieben den Fieberklee, allerdings kommen kleine Tiere nicht an den Fransenhaaren vorbei. Bestäubt wird die Pflanze von Bienen und Hummeln. Später, ab Ende Juni, entstehen die Kapselfrüchte, die mit dem Wind und auf dem Wasser verbreitet werden.

Der Fieberklee wächst in der Verlandungszone und gilt als Wegbereiter für andere Gewächse. Zu den Pflanzen, die gern in seiner Nähe stehen, gehören das Sumpf-Blutauge und das Schmalblättrige Wollgras – beide haben ähnliche Ansprüche an ihren Lebensraum.

Heilpflanze mit Bitter- und Gerbstoffen

Ihren Namensbestandteil „Fieber“ verdankt der Fieberklee seiner Heilwirkung, die schon im Mittelalter bekannt war. Die Pflanze wurde gegen Fieber verwendet, später nutzte sie Pfarrer Sebastian Kneipp als Blutreinigungsmittel. Heute wird sie allerdings eher als Mittel gegen Verdauungsstörungen eingesetzt – Grund sind ihre Bitter- und Gerbstoffe, weshalb sie auch oft Bestandteil von Kräuterlikören ist.

Fieberklee für den Gartenteich

Weil Moore und Flachwasserbereiche so selten geworden sind, sieht man allerdings auch den Fieberklee leider nicht mehr häufig. In Deutschland steht er inzwischen unter Schutz (Rote Liste, Kategorie 3), Abpflücken und Entnehmen aus der Natur ist verboten. In guten Gartencentern bekommt man die Pflanze aber in kultivierter Form für den Gartenteich, wo sie sich gut halten lässt.

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2 thoughts on “Woher der Fieberklee seinen Namen hat”

  1. Sehr geehrte Frau Böttcher,
    in unserer NABU Gruppe (Ganderkesee)stießen wir kürzlich auf ein Fieberklee-Vorkommen in einem Sumpfgebiet unserer Gewmeinde. Die Frage nach dem Namen stellte sich – und die naheliegende Erklärung, dass Fieberklee „früher“ als Heilmittel gegen Fieber verwendet worden sei.
    Da aber diese Pflanze heute als wirkungslos gegen Fieber beschrieben wird, und dafür gar nicht (mehr) eingesetzt wird, stellt sich mir die Frage, ob diese Pflanze wirklich fiebersenkend wirken kann, – oder konnte.
    Und – wann ist „früher“?.
    Wenn Sie mir eine Belegreferenz nennen könnten, wäre ich Ihnen sehr dankbar.
    Mit freundlichen Grüßen
    Volker Kropik

    1. Hallo, Herr Kropik,
      vielen Dank für Ihre Nachricht! Die Hinweise, die ich gefunden habe (u.a. http://www.bund-hessen.de, WWF-Artenlexikon, http://www.kraeuter-verzeichnis.de, http://www.natur-lexikon.com, http://www.heilpflanzenwissen.at) bleiben allesamt vage, wann die Pflanze als Heilmittel gegen Fieber eingesetzt wurde. Fieberklee enthält aber Bitterstoffe, die gegen Magen-Darm-Störungen helfen können, und die Pflanze wirkt allgemein stärkend (eventuell kommt daher die Annahme, dass sie gegen Fieber hilft).
      Herzliche Grüße von Silke Böttcher

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