Woher der Storchschnabel seinen Namen hat

Wiesenstorchschnabel Foto: Silke Böttcher
Wiesenstorchschnabel Foto: Silke Böttcher

Die Zeit der Farbe auf den Wiesen neigt sich langsam dem Ende zu. Aber glücklicherweise halten sich nicht alle Pflanzen an die Blütezeiten, die in den Bestimmungsbüchern stehen. Und so sieht man manchmal noch Blütenkelche, wenn schon der erste Frost gekommen ist.  Die Blume auf dem Foto ist ein Wiesenstorchschnabel, die eigentlich Ende August verblüht sein sollte. Aber dieses Exemplar hat offenbar eigene Pläne.

Der Storchschnabel: Früchte wie Schnäbel

Woher der Storchschnabel, von dem es übrigens weltweit fast 500 Arten gibt, seinen Namen hat, ahnt man, wenn man sich das Gewächs genauer anschaut: Nach der Blüte bilden sie unterschiedlich lange schnabelartige Früchte (siehe kleines Foto), die aufplatzen, wenn der Schnabel austrocknet. Innen steckt ein raffinierter Mechanismus, der die Samen nach dem Aufplatzen weit in die Umgebung schleudern lässt. Und mit weit meine ich wirklich weit: drei Meter können die Samenkügelchen fliegen.

Der Storchschnabel  ist auch ein beliebtes Gartengewächs

Der Wiesenstorchschnabel kann klein (20 Zentimeter), aber auch groß (80 Zentimeter) werden,  hat gefingerte Blätter und Blüten mit fünf wunderschönen rosafarbene Blättern, die vor allem Bienen anlocken. Sehen kann man die Pflanze  auf nährstoffreichen Wiesen und Brachflächen. Weil Storchschnäbel schon seit mehreren 100 Jahren kultiviert werden, sind sie aber auch beliebte Gartenbewohner.  Eine der schönsten Arten ist der  Blutrote Storchschnabel, der seinem Namen zum Trotz knallpink ist – ihn gibt es auch als Wildform, aber in Brandenburg ist er selten.

Das Geheimnis des Ruprechtskrauts

Eine weitere bekannte Storchschnabelart ist das Ruprechtskraut, dessen Blüten kleiner sind. Es verdankt seinen Namen wohl dem heiligen Ruprecht, der die besonderen Kräfte des Gewächses als Heilpflanze erkannte. Die Bitter- und Gerbstoffe wirken zusammenziehend und entzündungshemmend – deshalb wird Ruprechtskraut gegen Hautkrankheiten, schlecht heilende Wunden, Insektenstiche und Durchfall eingesetzt. Irgendwo habe ich gelesen, dass es auch bei psychischen Problemen  helfen soll  – und weil im Wort Storchschnabel das Wort Storch steckt, gibt es Menschen, die sich von der Pflanze Beistand in Sachen Baby erhoffen…

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One thought on “Woher der Storchschnabel seinen Namen hat”

  1. Danke für den wie immer sehr interessanten Artikel!
    Das Foto von der Storchschnabel-Frucht finde ich großartig…sehr, sehr schön! Sogar mit Blütenmeer im unscharfen Hintergrund.

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