Woher die Krause Glucke ihren Namen hat

Krause Glucke Pilz
Krause Glucke Foto: Silke Böttcher

Beim Namen Krause Glucke könnte man auf viele Ideen kommen – auf einen Pilz kommt man nicht unbedingt. Noch nicht einmal, wenn man das Gewächs sieht, das ein bisschen an eine Kreuzung zwischen einer Portion Nudeln und einem Badeschwamm erinnert. Pilzliebhaber aber geraten bei diesem Anblick in Jubelstimmung. Denn die Krause Glucke ist, auch wenn man es ihr nicht ansieht, ein ganz ausgezeichneter Speisepilz.

Die Krause Glucke wird bis zu 30 Zentimeter breit

Seinen Namen verdankt der Pilz seiner Ähnlichkeit mit einer hockenden Glucke. Allerdings nur auf größere Entfernung. Wenn man im Wald unterwegs ist, fällt die Krause Glucke jedenfalls sofort auf – der bis zu 30 Zentimeter breite und 20 Zentimeter hohe Pilz, der anfangs weiß, später gelblich (siehe Foto) und schließlich bräunlich ist, scheint förmlich zu leuchten.

Vorliebe für Kiefern

Allzu häufig allerdings ist der Pilz, der am liebsten am Fuß oder auf Nadelbäumen (vor allem Kiefern) steht, nicht. Wer ein Exemplar entdeckt, der darf sich also freuen. Wenn man den Fruchtkörper nicht zu tief abschneidet, dann wächst er im nächsten Jahr an der gleichen Stelle nach.

Ausgezeichneter Speisepilz mit dunkler Seite

Für den Baum, an bzw. auf dem der bis zu fünf Kilogramm schwere Pilz sitzt, hat diese enge Beziehung Folgen: Die Krause Glucke verursacht bei ihm Braunfäule. Die Zellulose wird abgebaut, das Holz wird mürbe. Meist dringt der Pilz wie der Zunderschwamm über Verletzungen an der Wurzel oder dem unteren Stamm in den Baum ein. Er wächst aber auch auf Totholz. Der Fruchtkörper erscheint zwischen September und Dezember.

Verwechseln kann man die Krause Glucke eigentlich nicht. Ein ganz bisschen Ähnlichkeit hat sie mit dem Ästigen Stachelbart, der demnächst auch Thema dieses Blogs sein wird – allerdings ist der (wie sein Name schon sagt) stark verästelt.

Nur die jungen Pilze sind genießbar

Wer die Krause Glucke sammeln möchte, sollte darauf achten, den jungen Pilz zu nehmen (erkennbar an der weißen oder gelblichweißen Farbe). Wenn er braun geworden ist, schmeckt er bitter und kann Bauchschmerzen verursachen. Der Geschmack des jungen Pilzes erinnert ein bisschen an den der Speisemorchel – aromatisch, nussartig und sehr würzig.

Die Krause Glucke in der Küche

Vor dem Zubereiten sollte man die Krause Glucke gründlich unter fließendem Wasser reinigen, denn in den vielen Vertiefungen sitzen Pflanzenreste und kleine Insekten. Anschließend wird er in Scheiben geschnitten und gebraten, wer mag, mischt ein verquirltes Ei mit Salz und Pfeffer und taucht die Scheiben darin ein, bevor er sie brät. Im Internet gibt es unzählige Rezepte für die Krause Glucke, die auch getrocknet als Zutat für Saucen eingesetzt werden kann.

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2 thoughts on “Woher die Krause Glucke ihren Namen hat”

  1. Die Krause Glucke ist wirklich ein wunderbarer Speisepilz und einer der wenigen, die ich auch zweifelsfrei erkenne 😉

    Über die Ähnlichkeit mit einer Glucke habe ich mir noch keine Gedanken gemacht, aber so ein bisschen stimmt es schon. Vielen Dank auf jeden Fall für den wunderschönen Artikel! Ich habe die Seite gerade eben erst entdeckt und werde gleich ein bisschen weiter schmöckern.

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