Gestatten, Doktor Wolfstrapp

Wolfstrapp
Wolfstrapp

Der Ufer-Wolfstrapp (Lycopus europaeus) ist eine dieser Pflanzen, die man leicht übersehen kann. Dabei ist er ein so wirkungsvolles Heilmittel, dass man ihm eigentlich einen Doktortitel verleihen müsste. In Brandenburg ist er nicht allzu häufig, aber mit etwas Glück kann man ihn sehen.

Was der Wolfstrapp mit dem Wolf zu tun hat

Das Gewächs, das zu den Lippenblütlern gehört (und mit Thymian, Lavendel, Salbei und Helmkraut verwandt ist), wird 20 Zentimeter bis einen Meter hoch. Sein Stängel ist vierkantig, die Blätter sind länglich und grob gesägt – auf den ersten Blick haben sie ein bisschen Ähnlichkeit mit denen der Brennessel. Sie ähneln aber auch den Pfoten eines Wolfs, und das hat der Pflanze den Namen beschert (übrigens auch den botanischen: „lykos“ steht für Wolf, „pous“ bedeutet Fuß).

Weiße Blüten mit purpurfarbenen Punkten

Die Blüten, die im Juli und August erscheinen, sitzen direkt am Stängel, und man sollte mal nahe herangehen, um sie genau zu betrachten. Denn sie sind weiß mit keinen purpurnen Punkten. Zu den Bestäubern gehören Schwebfliegen, die Blüten bestäuben sich aber gelegentlich auch selbst.

Lebensraum Ufer

Lebensraum des Wolfstrapps sind Ufer und Gräben, auch in lichten Wäldern. Seine Wurzeln bilden unterirdische Ausläufer, durch die vermehrt. Aber er schickt auch seine Samen auf die Reise. Sie sitzen in Fruchthüllen, die mit Beginn der Reife zerfallen, und weil die Samen schwimmen können, finden sie neue Orte, um zu keimen.

Wertvolles Heilmittel für die Schilddrüse

So unscheinbar der Wolfstrapp ist – er hat wirklich enorme Wirkung als Heilpflanze. Man pflückt sie vor der Blüte und setzt sie zum Beispiel bei leichter Schilddrüsenüberfunktion und deren Nebenerscheinungen wie Herzrasen, Schwitzen, Reizbarkeit und innerer Unruhe ein, ebenso bei nervösen Herzbeschwerden. Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen gehören Gerbstoffe, Flavonoide und Glycoside.

Übrigens war den Menschen schon im Mittelalter bekannt, dass der Wolfstrapp Heilwirkung hat, aber erst im 20. Jahrhundert entdeckte man die Wirkung auf die Schilddrüse. Verwendet werden die getrockneten Pflanzenteile. Man sollte allerdings die Dosis nicht plötzlich erhöhen und das Kraut auch nicht unvermittelt absetzen, denn so könnten die Schilddrüsenbeschwerden verstärkt werden.

Wolfstrapp aus der Apotheke

Man bekommt Wolfstrapp als Tinktur oder in Tablettenform auch in der Apotheke. Wer noch mehr für die Schilddrüse tun möchte, brüht eine Mischung aus Lavendelblüten, Wolfstrapp, Herzgespann, Melissenblättern und Baldrianwurzel auf – ein Teelöffel davon mit heißem Wasser übergießen, fünf bis sieben Minuten lang ziehen lassen und dann zweimal täglich eine Tasse trinken.

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