Zart und giftig: Der Doldige Milchstern

Doldiger Milchstern Foto: Silke Böttcher
Doldiger Milchstern Foto: Silke Böttcher

Wenn Sie die Pflanze auf dem Foto in diesem Jahr noch sehen wollen, müssen Sie sich beeilen – sie blüht nämlich schon eine ganze Weile. Aber es lohnt sich, denn der Doldige Milchstern ist eine wahre Schönheit. Eine, die ihrem Namen wirklich alle Ehre macht. Dass sie zu den Spargelgewächsen gehört, sieht man ihr allerdings nicht an – und essbar ist sie ganz und gar nicht.

Der Doldige Milchstern und das Schneeglöckchen

Der Doldige Milchstern wird maximal kniehoch, die schneeweißen Sternenblüten haben sechs Blütenblätter, der Fruchtknoten in der Mitte ist gelb. Die langen, schmalen Blätter der Pflanze könnte man mit denen des Schneeglöckchens verwechseln, denn sie haben wie der Frühblüher einen weißen Streifen in der Mitte. Die beiden haben noch mehr gemeinsam – sie sind Zwiebelgewächse.

Er blüht nur bei Sonnenschein

Blütezeit ist zwischen April und Juni – ein paar Chancen, den Doldigen Milchstern zu sehen, gibt es also noch. Allerdings sollte man einen sonnigen Vormittag wählen, denn bei schlechtem Wetter und nachmittags schließen sich die Blüten und machen die Pflanze beinahe unsichtbar. Sehen kann man sie am ehesten an Waldrändern, in Gebüschen und auf artenreichen Wiesen. Als Wildpflanze ist der Milchstern ziemlich selten, aber dort, wo er wächst, stehen oft viele Exemplare.

Der „Stern von Bethlehem“

Nach der Bestäubung bildet der Doldige Milchstern, der auch als „Stern von Bethlehem“ bezeichnet wird und zu den Spargelgewächsen gehört, Kapselfrüchte, die Samen werden von Ameisen verbreitet. Manchmal helfen aber auch Wühlmäuse, die die Zwiebeln mitschleppen.

Vorsicht: giftig!

Ausgraben sollte man die Pflanze auf keinen Fall. Nicht nur, weil man sie relativ einfach in guten Gartencentern kaufen kann. Sondern auch, weil sie sehr giftig ist. Und das ganz besonders, wenn der Milchstern blüht. Die Gifte wirken aufs Herz, deshalb sollte man mit der Pflanze, besonders der Zwiebel, vorsichtig umgehen.

Doldiger Milchstern als Bachblüte

Wem der Name „Stern von Bethlehem“ (manchmal auch die  englische Form „Star of Bethlehem“) bekannt vorkommt, der hat sich vielleicht schon mal mit Bachblüten beschäftigt. In diesem Heilverfahren wird die Pflanze als Mittel gegen Trauma und Schock und als Notfallmittel eingesetzt.


2 thoughts on “Zart und giftig: Der Doldige Milchstern”

  1. hallo,
    man sollte des Grüne und auch die verwelkten Blüten bei Zwiebelpflanzen grundsätzlich erst entfrernen, wenn es ganz welk ist. Die Pflanze kann so Nährstoffe aus den oberirdischen Teilen zurück in die Zwiebel ziehen und verwerten und wird so gestärkt.
    Wenn du einige Zwiebeln loswerden willst, würde ich sie gern übernehmen, gegen Versandkosten und einen kleinen Unkostenbetrag, da ich sie gern imn meinem Garten hätte.
    grüne Grüße
    Thea

  2. Ich habe folgende Frage zum Doldigen Milchstern, der sich in meinem Garten sehr verbreitet hat. Die langen schmalen Blätter sehen sehr unschön schlapp und verwelkt aus, wobei die Sternblüten mit den Fruchtknoten gerade erst aus dem Boden kommen. Darf man die Blätter ringsum abreissen, so dass nur der Stiel mit den Blüten zu sehen ist?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Copyright © 2012-2019 Silke Böttcher · Wildes Berlin · All Rights Reserved