Zarter Winterblüher: die Zaubernuss

Zaubernuss
Zaubernuss

Wenn es draußen kalt wird, blüht sie auf. Buchstäblich. In der Zeit, in der man jeder Farbe hinterherläuft, weil alles so grau ist in Berlin, bildet die Zaubernuss ihre zarten gelben oder roten Blüten, die aussehen wie aus schmalen Papierstreifen zusammengebastelt. Als ich sie zum ersten Mal gesehen habe, dachte ich tatsächlich, da hätte jemand etwas an die Zweige gehängt. 

Zaubernuss und Hexen-Hasel

Warum die Zaubernuss ihren Namen trägt, weiß ich nicht ganz genau. Die Engländer und Amerikaner nennen sie jedenfalls fast genauso: Witch Hazel (Hexenhasel) – mit der Hasel hat der Strauch trotz einiger Ähnlichkeit allerdings botanisch nichts gemeinsam. Wobei DIE Zaubernuss nicht ganz stimmt, denn es gibt vier bis sechs Arten, z.B. die Virginische, die Frühlings- und die Japanische. In Mitteleuropa sieht man sie bzw. Hybriden davon überwiegend als Zierpflanze in Parks und Gärten.

Die Pflanze lässt die Samen fliegen

Vielleicht nennt man das Gewächs Zaubernuss, weil es im Winter blüht. Weil seine Zweige als Wünschelrute verwendet werden. Oder weil seine holzigen Samenkapseln ein knackendes Geräusch machen, wenn sie reif werden und aufreißen. Was dann passiert, grenzt auch an Zauberei: Die Samen werden mit viel Wucht ziemlich weit  weggeschleudert. Zehn Meter schaffen sie locker. So stellt die Pflanze sicher, dass der Nachwuchs ausreichend Abstand hat.

Heilmittel gegen Hautbeschwerden

Und die Zaubernuss, die zum Beispiel im Arzneipflanzengarten des Botanischen Gartens wächst, hat noch andere eindrucksvolle Fähigkeiten. Die Blätter und die Rinde besonders der Virginischen Zaubernuss enthalten ätherische Öle und andere Stoffe, die in der Naturmedizin und in der Kosmetik verwendet werden – und jetzt kommt der botanische Name ins Spiel, der viel bekannter ist als der deutsche: Hamamelis. Das steht auf vielen Pflegeprodukten, die gegen trockene Haut, schlecht heilende Wunden oder Neurodermitis helfen.

Zaubernuss, auch als Hamamelis bekannt

Der Name, der sich aus den griechischen Wörtern“ hama“ (zur gleichen Zeit) und „melon“ (Frucht)  zusammensetzt, verrät noch etwas Ungewöhnliches: Blüten und Früchte der Hamamelis sind zur gleichen Zeit reif. Und das ist ja auch wieder ein bisschen Zauberei. Noch dazu im Winter.


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