Gefährlicher Blutsauger: die Zecke

Warnung vor Zecken
Warnung vor Zecken

Sie ist der Schrecken des Sommers: die Zecke. Das Spinnentier, das zu den Milben gehört und sich von Blut ernährt, kann nämlich gefährliche Krankheiten übertragen. Weltweit gibt es etwa 900 Zeckenarten, in Deutschland sind es etwa 20, wobei die häufigste der Gemeine Holzbock ist.

Die Zecke beißt nicht, sie sticht

Diese Zecke wird zwischen 2,5 und 4,5 Millimeter groß, Weibchen sind größer als Männchen. Das Männchen saugt übrigens auch Blut, allerdings nur solange, bis es geschlechtsreif ist. Und wenn wir schon mal dabei sind: Zecken beißen ihre Opfer nicht, sie stechen. Dafür nutzen sie ihren oft gezahnten Stechrüssel (Hypostom). Beim Saugen verankern sie sich in der Haut. Schildzecken, zu denen auch der Holzbock gehört, nehmen so viel Blut auf, dass sie etwa auf das Zwanzigfache ihres normalen Volumens anschwellen.

Krankheitserreger im Speichel

Gleichzeitig bringen sie ihren Speichel in die Wunde, um zu verhindern, dass die Blutplättchen verklumpen. Er enthält Enzyme, die das Schmerzempfinden hemmen – der unfreiwillige Blutspender soll sich ja nicht gegen den Stich wehren. Das Problem: Im Zeckenspeichel können die unterschiedlichsten Krankheitserreger stecken. Die gefährlichsten sind Borreliose, an der pro Jahr etwa 10.000 Menschen in Deutschland erkranken, und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).

Wanderröte bei Borreliose

Wichtigstes Anzeichen der Borreliose ist die kreisförmige Wanderröte, die ein paar Tage bis Wochen nach dem Stich entstehen kann. Zu den Beschwerden gehören Fieber, Kopfweh und Müdigkeit, Folgen können Herzprobleme, Gesichtslähmungen, starke Schmerzen und Entzündungen von Gelenken und des Gehirns ein. Weil die Zecke den Krankheitserreger erst nach vielen Stunden Saugen überträgt, ist es wichtig, den Blutsauger so schnell wie möglich zu entfernen. Wer unsicher ist, sollte nach einem Zeckenbiss zum Arzt gehen, der Antibiotika verschreibt.

FSME kann Hirnhautentzündung auslösen

Auch FSME ist sehr gefährlich, sie kann Hirnhautentzündungen auslösen. In Deutschland gibt es Gebiete, in denen das FSME-Risiko höher ist. Sie liegen überwiegend im Süden (Schwerpunkte sind große Teile Bayerns und Baden-Württembergs und Regionen in Sachsen, Thüringen und im Süden Hessens)

Schon ab sieben Grad aktiv

Zecken, die schon bei Temperaturen ab sieben Grad aktiv werden, haben eine Vorliebe für weiche, gut durchblutete und dünne Haut. Aber sie beschränken sich nicht darauf. Wer in der Natur unterwegs war, sollte sich anschließend gründlich absuchen.

So kann man sich schützen

Bester Schutz als Vorbeugung sind lange Hosen (am besten helle Farben, weil man krabbelnde Zecken darauf besser sehen kann) und lange Ärmel, und wenn man über eine Wiese mit hohem Gras geht, sollte man die Socken über die Hose ziehen. Denn der Holzbock zum Beispiel sitzt gern an Grashalmen oder auf Büschen, hält sich mit den Hinterbeinen fest und hat die Vorderbeine in „Lauerstellung“. Wenn ein Tier oder Mensch sie berührt, hält er sich an ihm fest. Um einen potenziellen Wirt zu finden, nutzen Zecken das sogenannte Haller-Organ mit Sinnesborsten – sie können Stoffe wie Kohlendioxid und Buttersäure erkennen, die der Wirt abgibt.

Impfung gegen FSME

Helfen kann auch ein Zeckenschutzmittel, das auf die Haut aufgesprüht wird (am bekanntesten ist Autan). Wer in einem FSME-Risikogebiet lebt und viel in der Natur unterwegs ist, kann sich impfen lassen.

So entfernt man Zecken

Wenn man trotz aller Vorsichtsmaßnahmen eine Zecke am Körper findet, sollte man sie so nah wie möglich an der Stichstelle mit einer Zeckenkarte oder einer nach vorne gebogenen spitzen Pinzette greifen und vorsichtig herausziehen. Darauf achten, nicht mit kräftigem Ruck zu ziehen und auch nicht den Hinterleib drücken. Die Zecke sollte man anschließend zerdrücken (nicht mit den Händen). Bitte nicht ins Klo werfen, denn Zecken können im Wasser eine Zeitlang überleben. Die betroffene Körperstelle sollte man sich merken und darauf achten, ob sich nach einiger Zeit eine Wanderröte bildet. Bei Unsicherheit unbedingt zum Arzt gehen!

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