Mais: Zuzügler aus Mexiko

Maisblüte Foto: Silke Böttcher
Maisblüte Foto: Silke Böttcher

Was hier aussieht wie die neue Frisur von Lady Gaga, ist Teil der weiblichen Blüte einer Mais-Pflanze. Unter dem blonden „Haar“ entwickelt sich gerade der Maiskolben. Und wer sich jetzt über das Wort „weiblich“ wundert: Mais hat auch männliche Blüten – sie sitzen an der Spitze der Pflanze.

Mais: Von Mexiko in die ganze Welt

Wild wächst der Mais hier nicht, seine Heimat ist Mexiko. Aber heute gibt es ihn fast auf der ganzen Welt, er ist eine der bedeutendsten Getreidepflanzen überhaupt. Hervorgegangen ist er aus einem Wildgras, nach Europa kam er im 16. Jahrhundert. Christoph Columbus brachte ihn mit und lieferte auch gleich den Namen „Mays“ mit. Allerdings dauerte es ziemlich lange, bis der Zuzügler in Deutschland mit dem rauen Klima zurechtkam.

Die Pflanze mag keine Kälte

Empfindlich aber ist die Pflanze geblieben. Sie kann erst ausgesät werden, wenn der letzte Frost verschwunden ist, also frühestens Mitte April. Und auch danach ist sie bei kühlem Wetter empfindlich gegen Pilzbefall.

Vitaminreiche Frucht

In Mexiko ist Mais das wichtigste Nahrungsmittel überhaupt, man macht Grieß daraus und bäckt ihn zu Tortillas oder Maisbrot. In Europa ist die Pflanze, die viel Vitamin A und E sowie ungesättigte Fettsäuren wie Linolensäure enthält, hauptsächlich ein Viehfutterlieferant. Und seit einigen Jahren wird Mais verstärkt zur biologischen Energiegewinnung in Biogasanlagen eingesetzt (dass das an einigen Orten schon zu Mais-Monokulturen geführt hat, ist eine andere, unschöne Geschichte, das mit dem Gen-Mais ebenfalls).

Mais für Kinofans: Popcorn

Eine besondere Form, Mais zu genießen, gibt es aber auch hier: Popcorn. Was wäre ein Kinobesuch ohne eine große Tüte davon? Für die Spezialität wird Puffmais verwendet, der stark erhitzt wird. Dabei wird das im Mais gebundene Wasser zu Dampf. Die Hülle platzt , das stärkehaltige Speichergewebe bläht sich auf und erstarrt. Wer selbst Popcorn machen will: Vier Esslöffel Öl in einem großen Topf erhitzen. Wenn es sehr heiß ist, 50 Gramm Mais und wahlweise drei Esslöffel Salz oder Zucker hineingeben. Herd ausschalten. Deckel auf den Topf und warten, bis die ersten Körner „poppen“. Topf immer mal kräftig schütteln. Und dann: Guten Appetit!

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