Audienz beim Apollofalter

Apollofalter
Apollofalter

Der Apollofalter ist einer der ganz seltenen Schmetterlinge in Europa. In Deutschland steht er auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Arten. Es ist also ein ganz großes Glück, wenn man ihm begegnet. Es gibt nur noch wenige Orte, die er besiedelt. Das Foto ist in einem Gebiet an der Mosel entstanden, in dem der Falter (Parnassius apollo) ein streng geschütztes Rückzugsgebiet hat.

Der Apollofalter ist spektakulär

Mit seiner Flügelspannweite von sechs bis fast neun Zentimetern ist der Apollofalter ziemlich groß. Und er ist spektakulär: schwarze Flecken und rot gefüllte Ringe verteilen sich auf seinen Flügeln. Es gibt mehrere Apollo-Unterarten, die sich leicht unterscheiden, der Falter von der Mosel hat deshalb sogar eine eigene Bezeichnung: Parnassius apollo vinningensis.

Verbreitung von Spanien bis zum Baikalsee

Das Verbreitungsgebiet des Schmetterlings, der zur Familie der Ritterfalter gehört (Verwandte sind u.a. der Schwalbenschwanz und der Segelfalter) reicht von Spanien über ganz Europa bis hinter den Baikalsee.Trotzdem ist er überall so selten, dass er weltweit streng geschützt und als einziger nichttropischer europäischer Schmetterling sogar durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) mit einem Handelsverbot belegt ist.

Vorliebe für Biotope mit steinigen Böden

Apollofalter
Apollofalter Foto: Eberhard Müller

An der Mosel lebt der Apollofalter an felsigen Südhängen und alten Weinbergsmauern. Dort wächst auch die wichtigste Nahrungspflanze seiner Raupen, die Weiße Fetthenne. Wenn dieses Gewächs fehlt, weicht der Schmetterling auch auf die verwandte Große Fetthenne („Tripmadam“) aus.

Generell liebt der Apollofalter Kalkschuttfluren und Geröllhalden, er kommt aber auch mit Steinbrüchen, Felshängen und Bahn-Böschungen gut zurecht. Wichtig ist, dass die Biotope sonnig und trocken sind und steinige Untergründe haben.

Falter ernähren sich von Disteln

Die ausgewachsenen Falter ernähren sich von Disteln, Flockenblumen und Oregano. Sehen kann man sie zwischen Mitte Juni und Mitte Juli, einige fliegen aber noch im August. Nach der Paarung legen die Weibchen etwa 100 Eier einzeln an den Nahrungspflanzen der Raupen ab. Der Nachwuchs überwintert voll entwickelt in der Eihülle. Ab Ende Februar schlüpfen die Raupen und verpuppen sich dann ab Mitte Mai.

Gefahr durch Pestizide und Flurbereinigung 

Was dem Apollofalter zu schaffen macht, sind Pestizide und Flurbereinigung. Das hat ihn so selten gemacht, dass er als „nationale Verantwortungsart“ innerhalb der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt der Bundesregierung eingestuft wurde (dazu gehören auch die Wildkatze, der Gartenschläfer, der Kiebitz, der Rotmilan, der Feuersalamander und die Arnika).

Unterstützung für den Apollofalter

Apollofalter
Apollofalter Foto: Eberhard Müller

Immer wieder versuchen Naturschützer, den Apollofalter in passenden Gebieten neu anzusiedeln, aber das ist kompliziert. Wichtig ist es, dass die Biotope geschützt werden – auch indem man Büsche regelmäßig beschneidet.

An der Mosel haben sich die Bestände durch verschiedene Schutzmaßnahmen wieder erholt. Dort können Besucher auf dem 7,5 Kilometer langen Apolloweg Valwig die Schmetterlinge beobachten.

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