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Gefährdeter Räuber: der Fischotter

Der Gedanke daran, im See zu schwimmen, ist im Moment nicht so verlockend. Für mich. Der Fischotter sieht das allerdings ganz anders. Sein Pelz ist so dicht, dass ihm weder Kälte noch Nässe etwas ausmachen. Kein Wunder:  Wasser ist sein Lebensraum. Dort jagt er (Fische, Enten, Frösche und Schnecken) und dort wohnt er auch (in einem Bau, der teilweise unter Wasser liegt). Sehr häufig ist er nicht – in Berlin habe ich ihn noch nie gesehen. Aber in Brandenburg kann man Glück haben. Jetzt wurde er von der Deutschen Wildtier-Stiftung zum Tier des Jahres 2021 gekürt.

Der Fischotter ist ein guter Schwimmer

Mit seinem 80 bis 90 Zentimeter langen Körper, dem 40 Zentimeter langen Schwanz und stolzen 13 Kilogramm Gewicht ist der Fischotter (Lutra lutra) ein ordentlicher Brocken. Er wird übrigens auch Wassermarder genannt – er ist die größte heimische Marderart. Trotz seines Gewichts ist er ein eleganter und ausdauernder Schwimmer und Taucher, der sich auch im Winter im Wasser aufhält – vorausgesetzt, das Gewässer hat sich nicht komplett in Eis verwandelt.

Sein extrem dichtes Fell schützt vor Kälte

Dass ihm die Kälte nichts ausmacht, liegt auch daran, dass der Fischotter 70.000 Haare pro Quadratzentimeter Haut hat – damit ist er das heimische Wildtier mit dem dichtesten Fell. Lange Zeit wurde ihm das zum Verhängnis: Sein Pelz war sehr begehrt.

Überwiegend nachts unterwegs

Eigentlich ist der Fischotter abend- und nachtaktiv, aber gelegentlich sieht man ihn auch am Tage. Was er braucht, sind flache Flüsse und zugewachsene Ufer mit guten Verstecken. Und genau dort liegt sein Problem: Solche Lebensräume gibt es immer weniger. Das ist einer der Gründe, warum die Deutsche Wildtier-Stiftung auf ihn aufmerksam machen will.

Der Lebensraum verschwindet

Obwohl er das ganze Jahr paarungsbereit ist und nicht sonderlich wählerisch bei seiner Nahrung, ist der Fischotter selten geworden. Das liegt auch daran, dass man ihn lange Zeit als Lämmer-Räuber gejagt hat (in Wirklichkeit jagt er Krebse, Fische und Schnecken – Lämmer wären ihm viel zu groß).

Inzwischen steht das Tier unter Schutz. Doch trockengelegte bzw. verbaute Gewässer, Fischreusen, in denen er sich verfangen kann, das Abholzen von Ufervegetation und ins Wasser geratene Pestizide und überhaupt verschmutzte Gewässer machen ihm zu schaffen.

In Brandenburg steigt die Zahl der Fischotter

Auch deshalb steht der Fischotter auf der Roten Liste der bedrohten Arten. Denn er braucht saubere Gewässer mit strukturierten Uferbereichen.

Immerhin ist Brandenburg mit seinen vielen Seen und dem dichten Gewässernetz eines der Bundesländer, in denen die Zahl zunimmt. In der Spree samt Nebenflüssen, der Oberen Havel, dem Rhin, der Elster sowie Elbe und Oder und all ihren Nebenflüssen kann man den Wassermarder sehen.

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4 Antworten auf „Gefährdeter Räuber: der Fischotter“

Sind Ihnen Vorkommen des Fischotters in der Berliner Innenstadt bekannt, bspw. an der Schleuse Charlottenburg? In der Nähe kommen ja auch Biber vor (Schloßpark Charlottenburg).

Hallo, Herr Terasa,
herzlichen Dank für Ihre Nachricht. Ich weiß, dass es in der Rummelsburger Bucht Fischotter geben soll. Allerdings sind es wohl nur einzelne Tiere – die Chance, sie zu sehen, ist leider gering.
Herzliche Grüße
Silke Böttcher

Hallo!
Als Haustiere sind Fischotter nicht geeignet. Man bräuchte eine spezielle Genehmigung dafür, und es ist eher unwahrscheinlich, dass man die bekommt, weil Fischotter geschützte Wildtiere sind, die noch dazu zu den gefährdeten Arten gehören. Hinzu kommt, dass sie sehr anspruchsvoll sind, was ihren Lebensraum betrifft. Sie brauchen viel Platz mit ausreichend Wasser, vor allem natürlich gewachsene Flüsse, Seen oder Bäche mit reicher Ufervegetation. Wenn man ein verletztes Tier findet, ist es am besten, sich an die Wildtierberatung des Nabu (Telefon: 030 – 54 71 28 91, Mo bis Fr von 9 bis 17 Uhr) zu wenden.
Herzliche Grüße von Silke

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