Hommage an die Pfingstrose

Pfingstrose
Pfingstrose

Nach der Pfingstrose kann man beinahe die Uhr stellen. Sie hält sich fast immer genau an die Blütezeit, die sie ja schließlich in ihrem Namen trägt. In Gärten ist die Schönheit häufig zu sehen. Aber in der wilden Natur ist sie inzwischen sehr selten geworden.

Die Pfingstrose in der wilden Natur

Zu den Rosen gehört die Pflanze übrigens nicht. Sie bildet eine eigene Gattung und Pflanzenfamilie (Paeonia). Es gibt 32 Arten, meist sind es Stauden. In dieser Geschichte geht es um die Gemeine Pfingstrose (Paeonia officinalis). Sie kommt ursprünglich aus Südeuropa, aber auch in Deutschland gibt es einige wenige Standorte, an denen sie wild wächst. Ich habe sie vor vielen Jahren im Nationalpark Hainich in Thüringen gesehen – ein herrlicher Anblick!

Eindrucksvolle Blüten

Die Gemeine Pfingstrose wird bis zu einen Meter hoch. Die Blätter an ihrem Stängel sind dreigeteilt. Das Auffälligste aber sind die Blüten. Bevor sie sich öffnen, sind sie pinkfarbene Kugeln. Ausgebildete Blüten sind sehr groß – ihr Durchmesser kann beinahe 15 Zentimeter betragen! Sie haben fünf bis zehn pink-rote Kronblätter mit gelben Staubblättern in der Mitte.

Millionen Pollenkörner für die Bestäuber

Die Pfingstrose ist ein besonders wertvoller Pollenspender, pro Blüte bilden sich 3,6 Millionen Pollenkörner! Bestäubt werden die Blüten von Bienen und vielen anderen Insektenarten.

Ameisen verbreiten die Samen

Später reifen die Früchte heran. Pro Blüte sind es zwei bis drei sogenannte Balgfrüchte, die bis zu fünf Zentimeter lang werden. In der länglichen, ledrigen Hülle liegen die schwarzglänzenden Samen. Wenn sie reif sind, platzt die Hülle an einer dafür vorgesehen Naht auf und gibt die Samen frei. Verbreitet werden sie von Ameisen, aber auch von Vögeln.

Vorliebe für Hänge

In der Natur liebt die Pfingstrose kalkreiche und steinige Böden, sie wächst gern an Hängen in lichten Wäldern – dort, wo sie genug Sonne abbekommt.

Heilpflanze der Götter

Den Namen Paeonia verdankt die Gattung übrigens Carl von Linné. Der schwedische Naturforscher entlieh ihn vom griechischen Wort „paionia“, das für den griechischen Götterarzt Paian steht. Dieser soll mit Hilfe der Pfingstrose den Unterweltsgott Pluton geheilt haben, nachdem dieser von Herakles verwundet worden war. Tatsächlich wird der Pflanzie eine Heilwirkung nachgesagt, die schon in der Antike bekannt war. Die Samen wurden zahnenden Kindern zum Kauen gegeben, außerdem wurde die Pflanze gegen Epilepsie eingesetzt. In der Homöopathie nutzt man die Pfingstrose noch heute gegen Hämorrhoiden.

Pfingstrose für den Garten

In Gartencentern kann man Pfingstrosen in vielen Farben und Formen kaufen. Wer Insekten etwas Gutes tun möchte, sollte ungefüllte Formen nehmen (zum Beispiel Paeonia lactiflora). Sie mag nährstoffreiche Böden und verträgt sonnige Standorte.

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