Der Schwarzspecht liebt Buchenwälder

Schwarzspecht
Schwarzspecht

Die Chancen, in Berlin oder Brandenburg einen Schwarzspecht zu sehen, sind nicht allzu groß. Aber mit etwas Glück kann man ihn immerhin hören. Der Vogel ernährt sich nämlich von holzbewohnenden Insekten und deren Larven, deren Nester er mit seinem kräftigen Schnabel freiklopft. Wer in einem Wald mit Totholzbestand unterwegs ist, sollte mal die Ohren spitzen und auf das toktoktok irgendwo hoch in einem Baum achten.

Der Schwarzspecht nistet in hohen Bäumen

Auch sein eigenes Nest legt der Schwarzspecht (Dryocopus martius) in Bäumen an. Die bis zu 55 Zentimeter tiefen Höhlen dafür zimmert er selbst, meist in zehn bis 20 Metern Höhe. Bevorzugte Bäume sind freistehende Rotbuchen, die er gut anfliegen kann.

Jetzt werden die Jungen flügge

Die Brutzeit beginnt meist im April, die Jungen schlüpfen nach etwa zwei Wochen und sind einen Monat später flügge. Mit etwas Glück kann man also jetzt junge Schwarzspechte sehen. Die Wahrscheinlichkeit ist allerdings leider klein, denn der Vogel braucht naturnahe Wälder mit ausreichend Alt- und Totholz. Er bevorzugt Gebiete mit bis zu 100 Jahre alten Buchen, die dick genug für seine Bruthöhlen sind. Viele Waldgebiete werden aber heute wirtschaftlich genutzt und sind entsprechend „aufgeräumt“ – alte und tote Bäume werden entfernt, was viele Tier- und Pflanzenarten verdrängt.

Der Höhlenbrüter ist selten geworden

Auch der Schwarzspecht ist inzwischen selten geworden. In Deutschland, so der Nabu, gibt es zurzeit zwischen 28.000 und 44.000 Brutpaare. Zum Schutz der Höhlenbrüter empfehlen die Naturschützer, in Wäldern eine ausreichende Zahl von Höhlenbäumen zu erhalten. Auch in Wirtschaftswäldern sollten sogenannte Altholzinseln bestehen bleiben. Wo sich der Specht ansiedelt, stehen die Chancen gut, dass er bleibt. Denn der Vogel ist ortstreu und bleibt auch im Winter im Brutgebiet – es sei denn, die Nahrung wird knapp. Aber auch dann entfernt er sich meist nicht allzu weit.

Schwarzspecht mit rotem Kopf

Der Schwarzspecht ist mit bis zu 50 Zentimetern Länge (einschließlich Schwanzfedern) der größte heimische Specht. Sein Gefieder ist schwarz, der Kopf hat einen roten Fleck, der beim Männchen größer ist als beim Weibchen. Übrigens hört man den Specht nicht nur klopfen, sondern er ruft auch. Während der Balz ist er besonders stimmstark, aber auch sonst kann man sein „kürrkürrkürr“ hören.

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