Ausflug zum Baumkronenpfad Beelitz-Heilstätten

Baumkronenpfad Beelitz-Heilstätten
Baumkronenpfad Beelitz-Heilstätten

Der Baumkronenpfad Beelitz-Heilstätten ist eine perfekte Möglichkeit, zwei ganz besondere Dinge zu erleben: Man sieht einen Wald mal von oben und man lernt die Gebäude der historischen Lungenheilstätte kennen. Ein Besuch lohnt sich also unbedingt.

Baumkronenpfad Beelitz-Heilstätten: Geschichte und Natur

„Baum & Zeit“ nennt sich das Gelände, das im September 2015 eröffnet worden ist. Herzstück ist der 320 Meter lange Pfad in 23 Metern Höhe, zu dem noch ein 40 Meter hoher Turm mit fünf Aussichtsplattformen gehört. Ein weiterer Ausbau ist geplant, irgendwann einmal soll der Pfad 1000 Meter lang sein. Aber spannend ist es auch heute schon. Nach dem Aufstieg blickt man nämlich nicht nur über die Baumwipfel, sondern weit übers Land. So also sehen Vögel die Welt!

Blicke auf die Ruinen der alten Lungenklinik

Eichen und Kiefern säumen den Weg, und bald sind die ersten Gebäude erreicht. Ruinen der Heilstätte, die sich die Natur schon ein bisschen zurückgeholt hat. Auf den Dächern der Bauwerke, die Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut wurden, wachsen große Bäume, aus den Fenstern ragen Sträucher.

Erholung in den „Beelitzer Alpen“

Schilder weisen auf die einzelnen Gebäude hin. Das Alpenhaus zum Beispiel, in dem einst 273 Patienten untergebracht waren. Es bekam seinen Namen, weil es nahe der „Beelitzer Alpen“ steht, einer künstlichen Hügellandschaft, die beim Bau der Heilstätten aus dem Aushub entstanden ist. Einige historische Fotos zeigen, wie es dort ausgesehen hat. Heute braucht man viel Phantasie, um sich das vorstellen zu können – die geschwungenen Wege, Brücken, Hänge und die Berghütte. Sogar einen Bergführer gab es dort!

Ein Dorf für Kranke und Angestellte

Die Heilstätten waren ein Ort, an dem Tuberkulosekranke behandelt wurden. Es gab Bereiche für Männer und für Frauen, vom Luftbad über die Chirurgie bis zur Liegehalle. 1929 gab es 1338 Betten. 750 waren für Lungenkranke gedacht, 400 für Menschen mit Rheuma, Herzkrankheiten, Nervenschwäche und anderen Leiden. Zwischen 1902 und 1926 wurden in der Heilstätte 66.445 Männer, 43.953 Frauen und 6559 Kinder behandelt. Neben den Gebäuden für die Kranken gab es ein Heiz- und ein Wasserwerk, außerdem entstanden Wohnungen für Angestellte und Handwerker. Irgendwann war die Heilstätte ein richtiger Ort, in dem es eine Bäckerei, eine Fleischerei, Gutshöfe und Anbauflächen für Obst und Gemüse gab.

1994 zogen die Russen ab

1945 übernahm die Rote Armee das Gelände und nutzte es bis 1994 als Militärhospital – es war das größte außerhalb der damaligen Sowjetunion. Nach Abzug der Russen begannen die Gebäude zu verfallen.

Einige Gebäude können besichtigt werden

Das Kern-Areal des Baumkronenpfads liegt zwischen der Chirurgien und der Ruine eines 1944 ausgebrannten Sanatoriums. Die Bauwerke sind gut zu sehen – man sieht aber auch, wie sehr Vandalen den Häusern zugesetzt haben. Heute wird die Substanz behutsam erhalten, Müll und Schutt werden entfernt. Betreten kann man die Ruinen nicht. Nur die Chirurgie kann im Rahmen von Führungen betreten werden (im Rahmen von „Mottenführungen“ tgl. um 14 Uhr, an Wochenenden außerdem um 12, 13 und 15.30 Uhr, Teilnahme 1 Euro, Gebäudeführungen am Wochenende und an Feiertagen um 11.30, 13.30, 15.30 Uhr, Teilnahme 10 Euro – Infos: www.go2know.de).

Auf dem Boden geht der Spaziergang weiter

Nach dem Spaziergang auf dem Pfad samt Aufstieg auf den Turm lohnt sich ein Bummel über das Gelände, vorbei an weiteren Ruinen, durch einen unterirdischen Durchgang zur Chirurgie, der Waschküche und dem Frauenpavillon. Zum Schluss kann man sich im Biergarten von der Anstrengung erholen. Oder noch einen Aufstieg auf den Baumkronenpfad Beelitz-Heilstätten wagen!

Baumkronenpfad Beelitz-Heilstätten – Infos

  • Adresse: Straße nach Fichtenwalde 13, Beelitz-Heilstätten
  • Anfahrt: A9 Berlin-Nürnberg bis Ausfahrt Beelitz-Heilstätten oder Landesstraße 88. Kostenpflichtiger Parkplatz vorhanden. Bahn: R7 bis Beelitz-Heilstätten, ab dort beschildert
  • Öffnungszeiten: Mai-September, tgl. 9-19 Uhr; April und Oktober, tgl. 9-17.30 Uhr; November-März, 10-16 Uhr; Kassenschluss: 1 Std. vor Ende der Öffnungszeiten. Geschlossen am 24./25. Dezember und 1. Januar
  • Eintritt: 9,50 Euro; Kinder und Jugendliche bis 17 J. 7,50 Euro, Kinder unter sechs Jahren frei
  • Infos: Kinder unter 12 Jahren dürfen nur mit Begleitung Erwachsener auf den Pfad. Bei schlechtem Wetter (Hagel, Gewitter, Sturm, Eis) wird der Pfad geschlossen. Hunde sind nicht zugelassen. Für Rollstühle und Kinderwagen gibt es einen Lift
  • Baumkronenpfad Beelitz-Heilstätten im Internet: www.baumundzeit.de

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