Seltener Riese: der Große Kolbenwasserkäfer

Wasserkäfer
Großer Kolbenwasserkäfer

Vor ein paar Tagen ist mir ein Großer Kolbenwasserkäfer begegnet. Der macht zumindest dem ersten Teil seines Namens alle Ehre – er ist wirklich groß. Bis zu fünf Zentimeter lang wird er, und zuhause ist er im Wasser und in der Luft. Aber leider ist er inzwischen sehr selten geworden.

Der Große Kolbenwasserkäfer und sein Lebensraum

Der Käfer ist schwarzbraun glänzend und hat eine ovale Form. Seine Fühler sind kolbenartig (was dann auch den anderen Teil des Namens erklärt). Sein Lebensraum sind vegetationsreiche Gewässer, die nicht zu nährstoffreich sind. Dazu gehören auch Moorgebiete, in denen Pflanzen wie Wollgras, Sonnentau und die Wasserfeder wachsen.

Leben in der Wasserrinne

Der Käfer auf dem Foto war im Naturschutzgebiet Serrahn nahe Feldberg (Mecklenburg-Vorpommern) unterwegs. Dass der Große Kolbenwasserkäfer gut fliegen kann, merkte man diesem Exemplar nicht an – er flog immer wieder gegen einen Wasserhalm und landete auf dem Rücken. Nach einigen Minuten aber erreichte er eine kleine Wasserrinne und war wenig später verschwunden.

Hinterbeine als Paddel

Schwimmen kann der Käfer sehr gut, er benutzt die Hinterbeine als Paddel und kommt schnell voran. Meist aber harrt er im flachen Wasser aus. Zum Atmen muss er aber an die Oberfläche.Geflogen wird überwiegend nachts – hierbei lässt er sich von Licht leiten.

Larven bauen sich eine Höhle zum Verpuppen

Auch wenn sich der Große Kolbenwasserkäfer hauptsächlich im Wasser aufhält: Zum Verpuppen im Hochsommer sucht sich seine Larve einen Untergrund, der nicht vollständig nass ist. Dort baut sie eine Höhle und verpuppt sich nach einigen Wochen. Der fertige Käfer schlüpft im frühen Herbst (oder, wie das Exemplar auf dem Foto zeigt, auch schon mal noch im Sommer) und sucht sofort den Weg ins Wasser. Und zu den vermodernden Pflanzen, die seine wichtigste Nahrungsquelle sind.

Überwintern am Gewässergrund

Den Winter verbringt der Käfer im Wasser – er sucht sich ein Gewässer, das tief genug ist, um nicht komplett zuzufrieren. Im nächsten Frühling beginnt der Kreislauf des Kolbenkäferlebens dann mit der Paarung.

Ein „Schiffchen“ für den Nachwuchs

Anschließend legt das Weibchen die Eier auf der Unterseite eines schwimmenden Blattes ab. Es baut dafür eine Art Schiffchen mit einer Art „Horn“. Das Kunstwerk ist so gestaltet, dass sich das Blatt wieder aufrichtet, falls es mal durch den Wind umgestoßen werden sollte.

Seit 1936 unter Schutz

Leider sind die Chancen, dem großen Insekt zu begegnen, nicht sehr groß. Er steht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten – Kategorie: stark gefährdet. In einigen Bundesländern ist er ausgestorben, in Brandenburg immerhin „nur“ gefährdet. Schon seit 1936 steht er unter Schutz.

Der Große Kolbenwasserkäfer ist selten geworden

Genutzt hat ihm das aber nicht sehr, denn seine Zahl nimmt weiter ab. Das hat viele Gründe: Gewässer sind verschmutzt, verlanden oder nehmen zu viel Dünger aus der Landwirtschaft auf. Grund genug, sich stärker um die ohnehin sehr wertvollen Feuchtgebiete zu kümmern. Dann ist vielleicht auch der Große Kolbenwasserkäfer wieder häufiger zu sehen.

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