Die Kugeldistel und die Hummeln

Kugeldistel
Kugeldistel

Die Kugeldistel gehört zu den Pflanzen, die eine magische Anziehungskraft auf Bienen und Hummeln haben – bei dem Exemplar auf dem Foto teilten sich zwischenzeitlich neun Hummeln den Nektar. In der wilden Natur allerdings sieht man das Gewächs eher selten, es ist in Süd- und Osteuropa heimisch und bei uns eher in Parks und Gärten zu finden. Aber weil es bei Insekten so beliebt ist, verdient es trotzdem einen Platz in diesem Blog.

Kugeldistel: ein Igelgesicht im Garten

„Echinops“ heißt die Gattung, was sich zusammensetzt aus dem lateinischen Wort „echinus“ (Igel) und dem griechischen „opsis“ (Gesicht), und wenn man sich die Blüten so anschaut, kann man durchaus eine Ähnlichkeit mit einem zusammengerollten Igel sehen.

120 Arten weltweit

Weltweit gibt es etwa 120 Kugeldistel-Arten, in Europa zwölf und in Mitteleuropa vier: die Banater-, die Drüsenlose-, die Ruthenische- und die Drüsenblättrige Kugeldistel. Ich bin nicht ganz sicher, zu welcher Art das Exemplar auf dem Foto gehört, es könnte die Drüsenblättrige sein.

Insekten lieben die Pflanze

Die Pflanze wird bis zu zwei Meter hoch, meist aber erreicht sie etwa Hüfthöhe. Die Blätter des Korbblütlers haben die übliche Distel-Form mit dornigen Zähnen, die Blütenkugeln mit einem Durchmesser von bis zu sechs Zentimetern tragen weiße, hell- oder stahlblaue Staubblätter, die sich zuerst im unteren Teil der Kugel und später oben öffnen. Bei Bienen, Hummeln und Schmetterlingen spricht es sich schnell herum, dass die Kugeldistel blüht (Blütezeit ist zwischen Juli und September). Wer gerne Insekten fotografiert, hat hier gute Möglichkeiten dazu, weil sich die Tiere bei ihrer Mahlzeit kaum stören lassen (das gilt zumindest für die Hummeln).

Anspruchslose Sonnenanbeterin

Wer Kugeldisteln im Garten haben möchte, muss sie eventuell mit Stützstäben gegen Wind sichern. Sie sind Sonnenanbeter, die nur wenig Ansprüche an den Boden stellen und auch Trockenheit gut vertragen. In der wilden Natur findet man sie zum Beispiel auf Schuttplätzen oder an Bahndämmen, wo der Boden steinig und oft nährstoffreich ist. Das Gewächs ist winterhart und verbreitet sich gerne von selbst, zum Beispiel durch Tiere. Auf diese Weise hat es auch den Weg aus Gärten in die Natur gefunden.

Die Kugeldistel in der Blumenvase

Die Kugeln sind sehr dekorativ als Blickfang in Blumensträußen, sie halten sich mehrere Tage und eignen sich später auch als Trockenstrauß. Aber eigentlich sind sie viel schöner, wenn man sie an der Staude lässt und sie sich mit den Insekten teilt…

Eine weitere Distelart: die Mittlere Golddistel

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