Breitblättrige Stendelwurz: eine Orchidee in Berlins Wäldern

Breitblättrige Stendelwurz
Breitblättrige Stendelwurz

Wilde Orchideen in der Berliner Natur? Die gibt es, auch wenn man ein bisschen suchen muss. Wie viele Arten hier vorkommen, kann ich nicht sagen – aber eine habe ich schon gesehen: die Breitblättrige Stendelwurz. Sie gehört in Deutschland zu den wenigen noch halbwegs ungefährdeten Orchideenarten. Selten genug ist sie trotzdem. Und geschützt natürlich sowieso.

Die Breitblättrige Stendelwurz macht sich unsichtbar

Man muss der Stendelwurz (Epipactis helleborine) schon ziemlich nahe kommen, um zu sehen, wie ungewöhnlich ihre Blüten sind. Auf den ersten Blick sind die großen, mit feinen Linien durchzogenen Blätter der Orchidee deutlich auffälliger als die Blüten, die im Juli und August zu sehen sind.

Schönheit für den zweiten Blick

Die auf den ersten Blick eher ein bisschen unscheinbaren Blüten haben mit ihren drei äußeren und drei inneren Blütenblättern, deren mittleres zur Lippe ausgebildet ist, die typische Form der einheimischen Orchideen. An der Lippe gibt es eine Art braunes Schüsselchen, die Blüte selbst ist grünlich bis zart rosa. Befruchtet wird die Orchidee von Bienen und Schwebfliegen.

Vorliebe für Wegränder

Nach der Blüte bilden sich längliche Kapseln, die sich irgendwann öffnen – und dann werden zehntausende winziger Samen mit dem Wind verbreitet. Sie können sehr weit fliegen, aber die größten Chancen, sich festzusetzen und zu keimen, haben sie auf Lichtungen, in lichten Wäldern oder an Wegrändern.

Die Breitblättrige Ständelwurz liebt Schatten

Die meisten Orchideen mögen es sonnig, aber die Breitblättrige Ständelwurz hat eine Vorliebe für Halbschatten. Trotzdem kommt sie auch mit Sonne oder relativer Dunkelheit im Wald zurecht und selbst an den Boden stellt sie wenig Ansprüche – was man von den anderen heimischen Orchideen nicht behaupten kann. Ihre relative Anspruchslosigkeit ist wohl auch der Grund, warum diese Pflanze noch einigermaßen häufig vorkommt. Ausgraben oder pflücken darf man sie aber natürlich nicht, denn sie steht wie alle wilden Orchideen unter strengem Schutz.

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